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Wie bringe ich es dem Tierhalter bei?

Ach Du „dicker Hund“

Das Ergebnis einer jüngst veröffentlichten Studie der LMU München ist alarmierend: 52% der Hunde und Katzen sind übergewichtig. Und die wenigsten Tierhalter nehmen das Problem wahr. Wie sollen Tierärzte damit umgehen? Ein interdisziplinäres Projekt soll Ansätze für die Praxis liefern.


Machen Sie bei unserer Befragung mit:
www.4t-da.de/befragung/

Mars Petcare hat ein internationales Projekt initiiert, das unter Leitung von Dr. Cornelia Ewering interdisziplinär an die Fragestellung heran geht. Zusammen mit Dr. Nienke Endenburg, Psychologin, Universität Utrecht, Dr. Alex German, Veterinärmediziner, Universität Liverpool, und Dr. Sandra McCune vom Forschungsinstitut WALTHAM werden Ansatzpunkte aus Psychologie, Medizin und Mensch-Tier-Beziehung evaluiert:

Internationales Mars Petcare Projekt: Vorbeugendes Gewichtsmanagement vor dem Hintergrund unterschiedlichen Tierhalterverhaltens, Ansatzpunkte in der Tierarztpraxis.

Die Arbeitshypothese des Teams ist, dass es Systematiken oder Typologien in der Beziehung zwischen Heimtier und Mensch gibt, die ausschlaggebend für die Compliance (Therapietreue) bei Tierhaltern zu tierärztlicher Beratung zu vorbeugendem Gewichtsmanagement und Fütterungsempfehlungen sind. Das Team hat dazu ein Modell sowie einen Fragebogen entworfen, der Erfahrungen und Einschätzungen aus der Praxis einfangen soll.

Typologisierungs-Ansatz

Da am Ende meist der Mensch entscheidet, was und wie viel ein Tier fressen kann, liegt es nah, dass in der menschlichen Wahrnehmung von Fütterung/Ernährung ein wichtiger Ausgangspunkt liegt. Bestärkt wird diese These durch Studienergebnisse, die zeigen, dass Faktoren wie Alter, Ernährungsweise und Fütterungsverhalten des Halters sowie der sozioökonomische Status eine Rolle in der Entstehung von Übergewicht beim Tier spielen (Courcier et al., 2009 & 2012; Kienzle und Bergler, 1998; Kienzle et al., 1998; Robertson 1999 &2003). Darüber hinaus haben Untersuchungen gezeigt, dass Hunde übergewichtiger Menschen häufiger zu Adipositas neigen als Hunde normalgewichtiger Personen (Holmes et al., 2007).

Wissen über Tierhalter-Typen ermöglicht gezielte Aufklärung

Kenntnisse über die verschiedenen Beziehungsmuster der Tierhalter können helfen, zu verstehen, welche Faktoren ein erfolgreiches Gewichtsmanagement fördern oder zum Scheitern bringen. Die gängigen Strategien zum Gewichtsmanagement erfordern bspw. die Kontrolle des Tierhalters, sowohl über die Menge bzw. den Entzug wie auch Art des Futters – ähnlich einem autoritären Stil. Tierhalter, die anders geprägt sind, tun sich schwer, solche Strategien zu befolgen, was dann nicht selten in Fehlschlägen endet. Am problematischsten wäre es wohl für jene, die einen nachsichtigen Fütterungsstil bevorzugen. Führen sie z.B. ein Fütterungsprotokoll, macht es Sinn, auch die in der Zeit eingekauften Futtervorräte notieren zu lassen. Nicht selten kommt es zu erstaunlichen Diskrepanzen.

Obgleich es Tierhaltern mit einem autoritären Stil leichter fällt, ihr Heimtier erfolgreich zum Normalgewicht zurückzuführen, erhöht diese Strategie doch die Wahrscheinlichkeit der erneuten Gewichtszunahme während der anschließenden Erhaltungsphase. Denn das Futter, das während der Gewichtsreduktion entzogen wurde, ist jetzt noch begehrenswerter geworden für das Tier. Die Wahrscheinlichkeit, Futter zu stehlen oder bei einem ad libitum Angebot übermäßig zu verzehren, steigt. Alex German denkt sogar noch weiter: „Das Wissen über Tierhaltungsstile könnte ultimativ zur Prävention von Fettleibigkeit genutzt werden. Wenn bekannt wäre, welche Haltungsstile die Adipositasanfälligkeit erhöhen, dann könnten Tierhalter, die adipositasfördernde Haltungsstile einsetzen, gezielt aufgeklärt werden.“

Stichwörter:
Petcare, WALTHAM, Therapietreue, Adipositas, übergewichtig, Tierhaltungsstile, adipositasfördernde, Adipositasanfälligkeit,

HKP 7 / 2013

Diese Artikel wurden veröffentlicht in Ausgabe HKP 7 / 2013.
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Dr. Birte Reinhold, ICHTHYOL-GESELLSCHAFT
„Endlich hat sich hundkatzepferd zum Fachmagazin für den Tierarzt entwickelt. In der Ausgabe 03/12 fielen neben informativen Neuigkeiten aus dem Praxisbereich und den lustigen Nachrichten aus der Tierwelt viele anspruchsvolle und praxisrelevante Fachartikel in einem ungewöhnlich anschaulichen und erfrischenden Design auf. Auch ein Fachmagazin kann unterhaltsam sein und taugt somit auch nach einem anstrengenden Arbeitstag noch zur Feierabendlektüre im Gartenstuhl. Gefällt mir!“
Prof. Dr. Arwid Daugschies, Universität Leipzig, Veterinärmedizinische Fakultät – VMF
„hundkatzepferd serviert dem Leser den aktuellen Wissensstand in leicht verdaulicher Form. In Zeiten einer erdrückenden Informationsflut tut es gut, wenn solides Wissen auch in erfrischend entspannter Art angeboten wird.“
Dr. Anja Stahn ( Leitung der Geschäftseinheit VET in Europa und Middle East bei der Alere )
Die hundkatzepferd begleitet mich nun schon seit einigen Jahren. Nach wie vor begeistern mich
die Aufmachung, der fachliche und informative Inhalt sowie und die beeindruckenden Fotos des
Fachmagazins. Ganz deutlich ist seit einigen Monaten eine noch stärkere Ausrichtung auf die Belange
und Interessen der Tierärzteschaft zu erkennen. Dies ist sehr erfreulich. Das Magazin gehört in jede
Praxis und sollte unterhaltsame „Pflichtlektüre“ für das ganze Praxisteam sein.