Verdacht auf Parasiten?Strategie der Bekämpfung der Parasitosen bei Pferden1
Jeder, der mit Pferden zu tun hat, kennt das Problem. Die häufigsten Fragen sind: Soll ich regelmäßig entwurmen? Entwurme ich nicht zu viel? Verträgt mein Tier die chemische Keule? Können die Mittel Allergien, Unverträglichkeiten Der Fachmann befürchtet auch noch andere Gefahren, wie z.B. die Resistenzbildung bei unsachgemäßer Anwendung der Mittel. Die Zielsetzungen unserer Studie waren, die Parasitosen des Magen-Darm- Traktes (Protozoen, Würmer und Larven) beim Pferd zu studieren und gleichzeitig neue Produkte zu testen. Durch gezielte Untersuchungen vor und nach einer Entwurmung galt es, herauszufinden:
• Ist eine Entwurmung notwendig gewesen?
Die Untersuchungen wurden nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der mikroskopischen Kotdiagnostik mittels Sedimentationsverfahren2 (SV) und der neuen, verbesserten Flotationstechnik (kombiniertes Sedimentations-Flotationsverfahren2 (KSFV) ausgeführt.
Magenfadenwurm (Trichostrongylus axei) Nach der Entwurmung waren bei 5 Tieren (etwa 9 %) noch Parasiten nachweisbar. Diese waren:
Kleine und große Palisadenwürmer (Strongylus spp.)
Die Befunde Fasciola hepatica, Capillaria sp. und Balantidium coli (besonders das Letztere) sind beim Pferd sicherlich seltene Befunde. Die ersten beiden Wurmerkrankungen und das Protozoon Cryptosporidium sp. sind häufiger bei Karnivoren, bzw. bei anderen Weidetieren (Rinder, Schafe) diagnostizierbar. Leberegel, Palisadenwürmer und Magenfliegen aber sollten nach einer „Entwurmungsaktion“ nicht mehr vorhanden sein. Hier wäre entweder eine Wiederholung, oder ein Wechsel der Mittel dringend geboten. Bei der Bekämpfung der Parasitosen unterscheiden wir Verhütung (Prophylaxe), Eindämmung (Schadensbegrenzung) oder Elimination (Tilgung). Zur Behandlung stehen uns zahlreiche, mehr oder minder gut wirksame und im Allgemeinen gut verträgliche antiparasitäre Mittel, z.B. Chemotherapeutika zur Verfügung, die aber, wie in den vorliegenden Fällen ersichtlich, nicht immer als erfolgreich eingestuft werden können. Die prophylaktischen (vorbeugenden) und strategischen (planmäßigen) Behandlungen sind je nach Kenntnis der epidemiologischen Situation sicherlich zu bejahen, jedoch sind dabei regelmäßige parasitologische Kontrollen empfehlenswert. Die eingesetzten Maßnahmen, insbesondere die Chemotherapie, können und müssen danach genau durchdacht werden. Literatur
1 Kooperationsprojekt „Forschende Industrie im Städtebund Inn-Salzach mit der Technischen Universität München“ |
HKP 4 / 2010![]() Das komplette Heft zum kostenlosen Download finden Sie hier: zum Download Der Autor:Weitere Artikel online lesen |
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